Online wachgeküsst – Wie wir hinderliche Glaubenssätze im Umgang mit Online-Formaten transformieren können. Ein Lei(d/t)faden für Skeptiker*innen

In diesem Fachvortrag mit interaktiven Elementen thematisieren wir, wie unsere Beratungskompetenzen aus der Offline-Welt in die Online-Welt übertragen werden können und welche Rolle dabei unsere Glaubenssätze spielen. Dabei nehmen wir speziell folgende Aspekte in den Blick:
• Welche hinderlichen Glaubenssätze begegnen mir im Kontext meiner Online-Beratungskompetenz?
• Welche Wort-Konstruktionen nutze ich und wie wirken diese?
• Meine Beratungskompetenz und mögliche Indikatoren zur Reflexion.
• Veränderung muss S.E.X.Y. sein, denn S.M.A.R.T. war gestern.
• Hirnschisse in Hirnküsse verwandeln – Tools und Strategien zur Veränderung von hinderlichen Glaubenssätzen.

Interventionen in der Videoberatung

Videoberatungen werden oft weiterhin als Ersatz verstanden, der gewählt wird, wenn der „Goldstandard“ der persönlichen Begegnung nicht möglich ist. Doch es gibt Vorteile, die der Videoberatung inhärent sind und deren Nutzung Sinn machen kann, selbst wenn eine Beratung vor Ort möglich wäre. Viele Interventionen sind effektiver, einige überhaupt erst durch das Videosetting möglich und manche Vorgehensweise müssen modifiziert werden, um ihre Wirkung entfalten zu können.

Lernen Sie im Workshop die speziellen Vorteile und Möglichkeiten des Mediums kennen, um Ihre Interventionen zu intensivieren und um z.B. fehlende Personen einzubinden, systemische Fragen zu stellen oder bewegte Interventionen einzusetzen.

Auch auf die verschiedenen Beratungsphasen bezogen erhalten Sie Anregungen. Wie Sie das Medium in kritischen Situationen zu Ihrem Vorteil einsetzen können wird abschließend erläutert.

Systemisch Arbeiten in virtueller Realität – Perspektiven, Chancen und Hürden 2021

Virtuelle Realität, das bedeutet: Sprechen, Gestikulieren, Malen, Interagieren, Aufstellen und Tricksen im selben digitalen Raum, auch wenn man sich an unterschiedlichen Orten befindet. Steuerung, Interaktion und Bewegung in der virtuellen Umgebung finden über die Bewegungen des eigenen Körpers statt. Durch VR-Brillen wird die virtuelle Realität und ihre physikalischen Eigenschaften immersiv wahrgenommen.
Beratung in virtueller Realität ist technisch heute schon möglich … wie, mit welchen Einschränkungen, aber auch mit welchen Vorteilen und Potenzialen, wird in diesem Workshop vorgestellt.
Da Beratung in VR noch in den Kinderschuhen steckt, sind die Teilnehmenden dazu aufgefordert, gemeinsam zu überlegen, welche Chancen und Potenziale, aber auch welche Hürden sie sehen.

Blended Counseling – Basics und Aktuelles aus Forschung und Praxis

Der systematische Mix digitaler und analoger Kommunikationssettings im Beratungsprozess bietet zahlreiche Chancen: So kann Beratung deutlicher als bisher an der Lebenswelt der Klient*innen anknüpfen, Prozesse intensivieren und stabilisieren sowie niederschwellige Kontaktmöglichkeiten schaffen.

Im Kurzvortrag werden die Grundlagen des Blended Counseling-Modells skizziert und mit aktuellen Forschungsergebnissen und Praxisbeispielen aus verschiedenen beraterischen Handlungsfeldern angereichert. Dabei stehen neben Impactfaktoren und Erfahrungen mit verschiedenen Videotools auch konkrete Fallverläufe im Fokus. Die Diskussion bietet die Möglichkeit zu vertiefenden Fragen und weiteren Beispielen.

Messengerdienste – mobile und alltagsnahe Begleitung in Beratungs- & Therapieprozessen

Messengerdienste sind in unserem Kommunikationsalltag und in dem unserer Klient*innen allgegenwärtig und nicht mehr wegzudenken – doch in Beratungs- und Therapieprozessen finden sie bisher meist wenig Beachtung.

Welche Chancen und Möglichkeiten können Messengerdienste in der Onlineberatung bieten? Wie können die einzelnen Funktionen sinnvoll in den Beratungs- und Therapieprozess eingebunden werden? Was muss bei der Umsetzung beachtet werden? Wo gibt es Herausforderungen und Grenzen? Und für welche Arbeitskontexte ist der Einsatz von Messengerdiensten überhaupt geeignet?

Diese und andere Fragen werden im Workshop gemeinsam thematisiert, erarbeitet und durch Erfahrungsberichte der Referentin angereichert.

Suizidprävention in der Onlineberatung: Wie unterstütze ich eine*n Klient*in mit Suizidgedanken?

Immer wieder begegnen uns in der Onlineberatung Klient*innen mit Suizidgedanken. Der Workshop führt in das Themenfeld Suizidalität ein und legt den Schwerpunkt auf Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Onlineberatung.
Was der Workshop bietet: Grundlagen zum Erkennen von Suizidalität und angezeigte erste Schritte innerhalb der Onlineberatung. Anhand praktischer Beispiele sollen Möglichkeiten einer guten Begleitung von suizidgefährdeten Klient*innen aufgezeigt werden.

Onlineberatung in Dänemark: Entwicklung von neuen Initiativen und Herausforderungen während der Pandemie

Die Onlineberatungsstelle für Ausbildung, Weiterbildung und Beruf eVejledning besteht in Dänemark nun mehr als 10 Jahre und hat sich stetig weiterentwickelt. Durch die Angliederung an ein Ministerium muss sich eVejledning ständig an die politische Lage anpassen. Werden neue politische Initiativen und Aufgaben implementiert, muss eVejledning damit arbeiten.

Telefon, Chat und Mail waren lange die einzigen Kontaktmöglichkeiten. Heute werden auch Skype-Gespräche und Webinare angeboten und sozialen Medien gezielt benutzt. Wie funktioniert das und ist es nur vorübergehend?

Die Pandemiesituation weltweit hat auch Konsequenzen für eVejledning gehabt. Der Vortrag stellt vor, wie eVejledning sich den Herausforderungen mit neuen Initiativen gezielt anpasst hat.

Abschließend wird es Zeit für Fragen und Diskussion geben. Hat die Pandemie dauerhafte Konsequenzen für die Onlineberatung?  Und wenn ja, welche? Bei welchen Zielgruppen gelangt die Onlineberatung während der Pandemie gut – und wo funktionierte sie nicht? Was können wir von der Pandemiesituation für die Onlineberatung lernen?

Medienkompetenz Blended Counseling

Damit Blended Counseling – also die konzeptionell fundierte Kombination von digitalen und analogen Medien in der Beratung – erfolgreich umgesetzt werden kann, sollten Beraterinnen und Berater über bestimmte (Medien-)Kompetenzen verfügen. Doch welche Kompetenzen sind dies genau? Was braucht es auf Seiten einer Beraterin oder eines Beraters, damit Blended Counseling gelingen kann? Im Workshop werden wir uns mit diesen Fragen vertieft auseinandersetzen. Als Grundlage dient uns hierbei das Modell «Medienkompetenz Blended Counseling», welches im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW entstanden ist.

„Kannst du hören, was ich geschrieben habe?“ Interaktionsorientiertes Schreiben als Intervention in der Onlineberatung

„Der Brief ist kein ordentliches Gespräch.
Er ist eine freye Nachahmung des guten Gesprächs.“
(Christian Fürchtegott Gellert, 1715-1769)

Schriftbasierte Medien erzeugen eine kommunikative Distanz. Damit Beratung hinreichend gut gelingen kann, ist jedoch eine bestimmte Form von Nähe notwendig. Mit Hilfe eines interaktionsorientierten Schreibstils lassen sich schriftliche Dialoge realisieren, die mündlich konzipiert sind. Ziel ist dabei nicht die Umsetzung genauer grammatikalischer und lexischer Vorgaben, sondern die Ermöglichung eines beziehungsorientierten Austauschs. Interaktionsorientiertes Schreiben wird, so verstanden, zu einer gezielten Intervention, um verschriftlichte Inhalte hörbar zu machen, wobei ein Wissen über Eigenheiten mündlicher Sprache dafür unabdinglich ist.