Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den Workshops und Vorträgen, aus denen Sie bei der Anmeldung auswählen können. Mit Ihrer Auswahl können Sie Ihr persönliches Programm zusammenstellen und den Nachmittag des Fachforums individuell gestalten. In der nachfolgenden Übersichtstabelle finden Sie alle Referierenden und Themen pro Zeitslot.

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Tipp: Notieren Sie sich Uhrzeit und Name der*s Referent*in für die Anmeldung!

Zeitslot 13:00-14.30 Uhr

Prof. Dr. Martina Hörmann & Minnie Silfverberg: Wegweiser und Landkarten für den digitalen Dschungel. Beratungsfachliche Kriterien zur Auswahl technischer Lösungen
Helmut Kreller: Das Format Supervision in den schrift- und videobasierten Onlinesettings
Stefan Kühne: Konzeptentwicklung Onlineberatung für Beratungsstellen
Ina Lambert: Psychische Belastungen von Jugendlichen während der Corona-Krise – Folgen für die Onlineberatung
Kathrin Linz-Dinchel: Kakofonie & Sozialplattform – Die Umsetzung des OZG und dessen mögliche Auswirkungen auf die Onlineberatung
Jessica Ranitzsch & Inse Böhmig: Digitale Beratungsidentität
Petra Risau & Sylvia Engels: Wie mit Messenger beraten? Potenziale, Zielsetzungen und Stolpersteine
Mara Stieler: Streetwork goes online: Aufsuchende Arbeit in und mit Social Media

Zeitslot 15:00-16.30 Uhr

Sabrina Behrens: Online-Streetwork in der Präventionsarbeit. Methodik und praktische Umsetzung
Prof. Dr. Markus Eckl: Quantitative Textanalyse in der Onlineberatung. Möglichkeiten und Herausforderungen der Beobachtung aus einer neuen Perspektive.
Prof. Dr. Carolin Freier: Immer erreichbar und prekär beschäftigt? Was die Online-Beratung aus Erkenntnissen zur Plattformökonomie lernen sollte
Stefan Kühne: Konzeptentwicklung Onlineberatung für Beratungsstellen
Sabrina Miebach: Blended Counseling – Best practice am Bsp. des Modellprojektes HeLB – Helfen. Lotsen. Beraten.
Helmut Paschen: Austausch über Erfahrungen in der Videoberatung
Jessica Ranitzsch & Inse Böhmig: Digitale Beratungsidentität
Sandro Rösler: Enriched Counseling in der Beratungspraxis


Unsere Workshops und Vorträge

Online-Streetwork in der Präventionsarbeit. Methodik und praktische Umsetzung

Referent*inSabrina Behrens
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl20
Uhrzeit15:00-16:30 Uhr
RubrikThemen und Zielgruppen

Veranstaltungsbeschreibung

Online-Streetwork ist ein erweiterter Ansatz der präventiven Jugendarbeit mit dem Ziel, sich mit jungen Menschen auf Social Media auszutauschen, Anregungen zu bieten und Unterstützungsangebote zu ermöglichen. Methodisch finden Werkzeuge des systemischen Ansatzes, wie Reframing, Mentalisieren und systemisches Fragen, Anwendung. Darüber hinaus stellen machtsensible Kommunikation sowie alternative Narrative die entscheidenden Pfeiler der Online-Streetwork dar. Im Rahmen des Workshops wird dieser Ansatz sowie seine praktische Umsetzung auf sozialen Plattformen am Beispiel des Modellprojekts streetwork@online vorgestellt und anhand von interaktiven Übungen gemeinsam erprobt.

Kurzvita

Sabrina Radhia Behrens ist Islamwissenschaftlerin (M.A.) und Traumapädagogin sowie freiberufliche Referentin im Bereich Online-Prävention im Bereich religiös begründeter Extremismus. Von 2018 bis 2022 arbeitete sie für das Modell-Präventionsprojekt streetwork@online (AVP e.V.) in Berlin als Online-Streetworkerin, Referentin und Projektleitung. Zuvor war sie als Sozialmanagerin mit geflüchteten und wohnungslosen Menschen tätig und forschte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zu reformistischen und frühsalafistischen Ansätzen. Darüber hinaus konzipiert und hält Sie Workshops zum Thema Islamismus, Antimuslimischer Rassismus, Grundlagen des Islam und Online-Streetwork.


Quantitative Textanalyse in der Onlineberatung. Möglichkeiten und Herausforderungen der Beobachtung aus einer neuen Perspektive.

Referent*inProf. Dr. Markus Eckl
FormatVortrag
Teilnehmendenzahlunbegrenzt
Uhrzeit15:45-16:30 Uhr
RubrikInnovative Konzepte und Methoden

Veranstaltungsbeschreibung

In der Onlineberatung fallen große Textdatenmengen an und deren strukturierte Aufbereitung und Visualisierung liefert für Forschende als auch Beratende einen hohen Erkenntnisgewinn und praktischen Nutzen. Ziel des Vortrags ist, die Möglichkeiten und Herausforderungen der quantitativen Beobachtung von Text auszuloten und den praktischen Nutzen dieser Analysen für die Onlineberatung darzulegen.

Kurzvita

Dr. Markus Eckl ist seit August 2022 Professor für Digitalisierung in der Sozialen Arbeit an der HS Fulda. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind u.a. digitale Transformationsprozesse in der Sozialen Arbeit, Sozialplanung und quantitative Textanalyse.


Immer erreichbar und prekär beschäftigt? Was die Online-Beratung aus Erkenntnissen zur Plattformökonomie lernen sollte

 

Referent*inProf. Dr. Carolin Freier
FormatVortrag
Teilnehmendenzahlunbegrenzt
Uhrzeit15:00-15:45 Uhr
RubrikGesellschaftliche Entwicklungen

Veranstaltungsbeschreibung

Über Plattformen buchbare Leistungen sind längst Teil des Alltags geworden – ob beim Einkaufen, bei der Essensbestellung oder bei der Möbelmontage. Auch wenn Arbeitsplattformen zur Vermittlung von bezahlten Dienstleistungen für die Soziale Arbeit eher ein Zukunftsszenario sind, so gibt es auch im sozialen Sektor schon zahlreiche Plattformen u.a. zur Vermittlung von (Online-)Beratung, aber eben auch gewinnwirtschaftlich organisierte Plattformanbieter, die soziale Dienstleistungen für sich entdecken.

Plattformarbeit bietet zahlreiche Vorteile, etwa dass Beratung niederschwelliger für Klient*innen angeboten werden kann, da zeitlich flexibler, zeitnaher und zugeschnitten auf die Kommunikationsgewohnheiten ohnehin digital kommunizierenden Personen. Dem gegenüber stehen, so zeigen Erkenntnisse zur Cloud- und Gigwork auf Plattformen, mitunter sehr prekäre Arbeitsverhältnisse in einem internationalen Wettbewerb.

Der Vortrag liefert Einblicke in die Arbeitswelt von Plattformarbeitenden und zeigt auf, welche Bedeutung Plattformen zukommt, die eine Mittlerrolle zwischen den Auftraggeber*innen und den Auftragnehmer*innen einnehmen. Ein weiteres Ziel des Vortrages ist darzustellen, inwiefern Mechanismen der Plattformökonomie die Handlungspraxis Sozialer Arbeit prägen und das Management sozialer Organisationen herausfordern können.

Kurzvita

Prof. Dr. phil. Carolin Freier ist seit 2021 Professorin für Theorien und Handlungslehre in der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule Nürnberg. Sie war 2019-2021 (Forschungs-)Professorin für Soziologie und Pädagogik an der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Forschungsfeld: Digitale Transformation. In ihren aktuellen Forschungsprojekten beschäftigt sie sich mit „IT-Systemen und digitaler Kommunikation in Beratungsgesprächen der Jugendhilfe“ sowie der qualitativen Evaluation der Entwicklung und Implementierung eines intelligenten Hochschulassistenzsystems.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Beratung, der Gestaltung des Digitalen in der Sozialen Arbeit, der Transformation in Arbeit und Organisation und der Sozialstaatsforschung.


Wegweiser und Landkarten für den digitalen Dschungel. Beratungsfachliche Kriterien zur Auswahl technischer Lösungen

Referent*inProf. Dr. Martina Hörmann & Minnie Silfverberg
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl25
Uhrzeit13:00-14:30 Uhr
RubrikNeue Perspektiven für Beratende und Beratungsstellen

Veranstaltungsbeschreibung

Tools und technische Lösungen für Onlineberatungen boomen. Häufig erfolgt die Entscheidung über die Auswahl einer Plattform oder von Tools auf organisationaler Ebene. Dabei sind jedoch neben technisch-organisatorischen Kriterien wie der Usability und Datenschutz  auch und ganz wesentlich beratungsfachliche Aspekte entscheidend. So ist für ein professionelles Blended Counseling mit einer Plattformlösung die Anzahl der zur Verfügung stehenden kommunikativen Settings auf einer Plattform wichtig. Werden synchrone und asynchrone kommunikative Settings angeboten? Können diese unkompliziert  im Beratungsprozess miteinander kombiniert werden?

Im Workshop werden wesentliche Ergebnisse einer aktuellen Toolanalyse skizziert. Dabei stehen beratungsfachliche Aspekte im Fokus. Die Diskussion bietet die Möglichkeit zu vertiefenden Fragen und weiteren Beispielen.

Kurzvita

Prof. Dr. Martina Hörmann, Leitung Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt Digitale Beratung / Blended Counseling an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten (CH) sowie Leitung Master of Advanced Studies Systemisch-lösungsorientierte Kurzzeitberatung und -therapie, Modulleitung BA 351 Digital unterwegs in der Beratung, Senior Consultant.

Minnie Silfverberg, MSc., wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt Digitale Beratung / Blended Counseling an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten (CH), Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin MAS sowie Dozierende in Aus- und Weiterbildung.

www.blended-counseling.ch



Das Format Supervision in den schrift- und videobasierten Onlinesettings

Referent*inHelmut Kreller
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl25 Personen
Uhrzeit13:00-14:30 Uhr
RubrikInnovative Konzepte und Methoden

Veranstaltungsbeschreibung

Das Format Supervision ist relativ spät zum Reigen der möglichen Online-Formate (Beratung, Seelsorge, Coaching…) hinzugekommen. Spezielle Ausbildungen (z.B.: Institut Triangel, e-Beratungsinstitut) gibt es erst seit ca. 3-4 Jahren. In diesem Workshop erarbeiten wir die Vor- und Nachteile der Online-Supervision und die Unterschiede beispielsweise zur psychosozialen Online-Beratung. Zudem blicken wir auf die zur Supervision gehörigen Kontraktierung und auf ein paar Dinge, die dabei unbedingt zu beachten sind. Fragen und Hinweise zu Online-Supervision in den verschiedenen Settings (Schriftbasiert, Videobasiert), zum Joining und zur möglichen Qualitätssicherung von Online-Supervision runden den Workshop ab.

Kurzvita

Helmut Kreller hat Theologie und Psychologie studiert und arbeitet seit vielen Jahren als freiberuflicher Supervisor und psychosozialer Berater in Erlangen und Berlin. Beide Formate führt er sowohl in seiner Praxis als auch auf einem geschützten Online-Portal durch. Helmut Kreller ist Vorsitzender der „Deutschsprachigen Gesellschaft für psychosoziale Online-Beratung (DGOB)“ und Weiterbildner für Online-Beratung/Online-Supervision.


Konzeptentwicklung Onlineberatung für Beratungsstellen

Referent*inStefan Kühne
FormatWorkshop mit Kleingruppen
Teilnehmendenzahl12
Uhrzeit13:00-14:30 Uhr & 15:00-16:30 Uhr
RubrikNeue Perspektiven für Beratende und Beratungsstellen

Veranstaltungsbeschreibung

In diesem Workshop erhalten die Teilnehmer*innen eine Übersicht zur Konzeptentwicklung von Angeboten der Onlineberatung: Wie plane ich ein Angebot der Onlineberatung? Welche Medien sind für welche Zielgruppen geeignet? Wie wähle ich die richtige Technik aus? Wie plane ich Personalressourcen? Und welche Fragen muss ich noch beachten?  Der Fokus liegt dabei auf Konzepten für Beratungsstellen, selbständig Tätige können gerne am Workshop teilnehmen. Neben Inputs und Checklisten werden Ideen und Möglichkeiten diskutiert.

Kurzvita

Stefan Kühne ist Herausgeber der Fachzeitschrift e-beratungsjournal.net. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Karl Landsteiner Privatuniversität (Krems) und Lehrbeauftrager an verschiedenen Universitäten und Hochschulen zu den Themen „Onlineberatung“ und „Digitale Soziale Arbeit“. Als Sozialmanager leitete er viele Jahre Einrichtungen der Jugendarbeit in Wien. In Österreich leitet er den Lehrgang „Onlineberatung“ der Forschungsgreisslerei. www.stefankuehne.net


Psychische Belastungen von Jugendlichen während der Corona-Krise – Folgen für die Onlineberatung

Referent*inIna Lambert
FormatVortrag
Teilnehmendenzahlunbegrenzt
Uhrzeit13:45-14:30 Uhr
RubrikThemen und Zielgruppen

Veranstaltungsbeschreibung

Die Anfragen der jugendlichen Ratsuchenden bei der psychosozialen, schriftbasierten Online-Beratung JugendNotmail sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund 20%, 2021 nochmals um rund 40% gestiegen. Wie hat sich die Themenverteilung im Zuge der Pandemie bzw. in Zeiten von globalen Krisen verändert? Wie können die Beratenden auf teils schwerwiegende Krisen bis hin zu Suizidalität der Ratsuchenden eingehen – und wo liegen dabei Chancen und Grenzen?

Kurzvita

Ina Lambert, Diplom Psychologin (Universität Mainz) bildete sich aus und weiter als Personzentrierte Beraterin (GwG), systemische Beraterin, Beraterin bei „Nummer gegen Kummer“. Von 2008-2010 war sie Honorarkraft Aufsuchende Familientherapie (Caritasverband Mainz e.V.) und von 2010-2020 übte sie eine Tätigkeit im Bereich Ambulante Hilfen zur Erziehung und Pflegekinderhilfe (contact – Jugendhilfe & Bildung gGmbH; Berlin) aus. Seit 2019 ist sie freiberuflich als Hypnotherapeutin tätig und seit 2020 Fachleitung bei JugendNotmail/KJSH-Stiftung (Berlin).


Kakofonie & Sozialplattform – Die Umsetzung des OZG und dessen mögliche Auswirkungen auf die Onlineberatung

Referent*inKathrin Linz-Dinchel
FormatWorkshop mit Kleingruppe
Teilnehmendenzahl25
Uhrzeit13:00-14:30 Uhr
RubrikGesellschaftliche Entwicklungen

Veranstaltungsbeschreibung

Bund, Länder und Kommunen sind mit dem Onlinezugangsgesetz (kurz: OZG) dazu verpflichtet, einen Katalog von rund 6000 Verwaltungsleistungen, zusammengefasst in 575 OZG-Leistungsbündel bis Ende 2022 zu digitalisieren. Es wurden dazu unterschiedlichen Aufgabenpakete für diese Umsetzung dieses gigantischen Vorhabens in 13 übergeordnete Themenfelder gebündelt und daraus Maßnahmenpakete geschnürt, die in den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden. Die jeweiligen Projekte stehen nach Fertigstellung allen anderen Bundesländern und Kommunen zur Nachnutzung zur Verfügung. Um ca. 65 Leistungen im sozialen Bereich digital abzubilden, entwickelt das Bundesland Nordrhein-Westfalen die „Sozialplattform“ (www.sozialplattform.de). Bis zum Jahresende sollen auch die digitalen Zugänge zu den Leistungen der Wohnungslosenhilfe sowie den lokalen Schuldner- und Suchtberatungen realisiert werden.
Der Workshop gibt den Teilnehmenden einen kurzen Einblick zum aktuellen Umsetzungsstand des OZG bzw. der Sozialplattform. Anschließend wollen wir uns gemeinsamen darüber austauschen und Ideen und Überlegungen formulieren, welche Auswirkungen das OZG auf die Praxis der Online-Beratung potentiell hat.

Kurzvita

Kathrin Linz-Dinchel hat Soziale Arbeit und Soziologie studiert und ist AZAV zertifizierte Digitalmanagerin. In den Anfängen ihres Berufslebens hat sie die Veränderungen in der Sozialpolitik durch die europäische Integration untersucht. Im Landesverband der Diakonie in Bayern begleitet sie heute im Projekt „Vernetzte Vielfalt – digital und agil in Kirche und Diakonie“ (www.digitalagil.de) die Einrichtungen der Diakonie bei digitalen Transformationsprozessen.


Blended Counseling – Best practice am Bsp. des Modellprojektes HeLB – Helfen. Lotsen. Beraten.

Referent*inSabrina Miebach
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl25
Uhrzeit15:00-16:30 Uhr
RubrikThemen und Zielgruppen

Veranstaltungsbeschreibung

Neben einer schlechten Verkehrsanbindung im ländlichen Raum gibt es viele Szenarien, die Menschen die Teilhabe an den Möglichkeiten von Beratung erschweren – und das nicht nur auf dem Land. Das sind z.B. Menschen, die das deutsche Beratungs- und Gesundheitssystem nicht kennen oder Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Alle diese Gruppen werden von den herkömmlichen Angeboten der Beratung schon im städtischen Raum oft nicht erreicht. Und auf dem Land noch seltener.

Welche Formen der Beratung eignen sich für „schwer erreichbare Zielgruppe“? Ist Videoberatung für Personen in ländlichen Regionen einfacher zu realisieren als eine Präsenzberatung? Sind digitale Beratungsformate für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen besser geeignet? Und kann Blended Counseling – eine Kombination verschiedener Beratungsformate – den Zugang zu Beratung verbessern?

Diesen Fragen ging das Modellprojekt „HeLB – Helfen. Lotsen. Beraten.“ des donum vitae Bundesverbandes von 2019-2022 nach. Im Rahmen des Projektes, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), erprobten die HeLB-Beraterinnen aufsuchende und digitale Formate in der Schwangerschaftsberatung und transferierten die Ergebnisse in den Gesamtverband. Das Institut für E-Beratung führte die wissenschaftliche Begleitforschung des Modellprojektes durch.

Die Erfahrungen und Ergebnisse des Modellprojektes rund um Blended Counseling und deren Transfer in den Beratungsalltag werden im Workshop präsentiert. Nach einem Input zum Projekt und dem Kennenlernen der unterschiedlichen Beratungsformate gibt es die Möglichkeit zum fachlichen Austausch über eine bedarfsgerechte Gestaltung von Beratungssettings für unterschiedliche Zielgruppen.

Kurzvita

Studium der katholischen Theologie mit Schwerpunkt „Mission, Kulturen und Religionen“, Trainerin und Beraterin im Mutter-Kind-Bereich, Projektmanagerin, Referentin in den Modellprojekten „Schwangerschaft und Flucht“ und „HeLB – Helfen. Lotsen. Beraten.“ beim donum vitae Bundesverband für die Bereiche analoge und digitale Beratungsformate (v.a. Videoberatung), Zielgruppen und Dolmetschen


Austausch über Erfahrungen in der Videoberatung

Referent*inHelmut Paschen
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl20
Uhrzeit15:00-16:30 Uhr
RubrikInnovative Konzepte und Methoden

Veranstaltungsbeschreibung

Während Videoberatung noch 2019 eher nur für bestimmte Beratungskontexte (z.B. Online-Supervision, Beratung von mobil lebenden Klient*innen) und weniger in der Fläche genutzt wurde, scheinen 2020 und die folgenden Jahre unter dem Zeichen „Boom der Videoberatung“ zu stehen. Im Austausch-Workshop wird der Frage nachgegangen, welche Rolle Videoberatung spielt – auch in den Arbeitskontexten der Teilnehmenden – und welche Erfahrungen damit gemacht wurden. Welche Motivationen, Rückmeldungen und Lerneffekte gab es seitens der Beratenden, der Einrichtungen und vielleicht auch der Ratsuchenden? Weiter bietet der Workshop die Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Onlineberatungsformen auseinanderzusetzen. Gemeinsam können die jeweiligen Potenziale und Grenzen der Videoberatung und der „klassischen“, schriftbasierten Onlineberatung in den Blick genommen werden.

Wir orientieren uns an Ihrem Bedarf und widmen uns Fragen wie z.B.:

  • Unter welchen Bedingungen passt ein Format gut, weniger gut oder gar nicht?
  • Welche Vorteile hat es, das Eine oder das Andere zu lernen und zu machen?
  • Ist schreibend Beraten anstrengend(er)?
  • Wann und wie können schriftbasierte Elemente zum Nutzen der Klient*innen in die Videoberatung integriert werden?

Die Teilnehmenden können ihre Beratungspraxis reflektieren, Wissen teilen und weitere Potenziale ihrer Arbeit erforschen. Der Workshop bietet Ihnen so einen weiteren „Mosaikstein“ zur Gestaltung Ihres zukünftigen eigenen (weiteren) Onlineberatungswegs als Freiberufler*in, Angestellte*r oder Institution.

Kurzvita

Helmut Paschen, Diplom-Sozialpädagoge, Supervisor (SG) und Berater. Leiter der bundesweiten profamilia.sextra-Onlineberatung mit ca. 15.000 Beratungen pro Jahr und etwa 100 Beratern. Psychosozialer Onlineberater seit 1997. In diesem Arbeitsfeld ist er seit vielen Jahren in den Bereichen Fortbildung und Fachberatung tätig. Mitgründer von OnTheMove.online.


Digitale Beratungsidentität

Referent*inJessica Ranitzsch & Inse Böhmig
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl25 Personen
Uhrzeit13:00-14:30 Uhr & 15:00-16:30 Uhr
RubrikNeue Perspektiven für Beratende und Beratungsstellen

Veranstaltungsbeschreibung

Was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung für unseren Beratungsalltag – und was macht mich eigentlich aus als digitale:r Berater:in? In unserem Workshop erarbeiten wir zusammen Impulse zur Auseinandersetzung mit der eigenen Beratungspersönlichkeit. Wie kann und wie möchte ich mich als Berater:in im digitalen Setting positionieren? Und wie beziehe ich meine eigenen professionellen Ressourcen und die Ressourcen meiner Ratsuchenden dabei bewusst ein? In einer Mischung aus theoretischem Input und praktischer Übung erhalten die Teilnehmenden praxistaugliche Ideen für das eigene Weiterdenken und -arbeiten sowie Gelegenheit für Fragen und kollegialen Austausch.

Kurzvita

Inse Böhmig, Politikwissenschaftlerin M.A., Systemische Coach (SG), Systemische Onlineberaterin. Langjährige Erfahrung in der Führungskräfteberatung an der Schnittstelle Wissenschaft/Migration/Internationalisierung. Freiberuflich tätig als Dozentin und Coach mit Schwerpunkt auf digitale Beratung & Zusammenarbeit, Mitgründerin von www.sistemica.org.

Jessica Ranitzsch, Dipl.-Pädagogin, Systemische Beraterin (DGSF), Systemische Onlineberaterin. Mehrjährige Erfahrung als Führungskraft in einer großen karitativen Non-Profit-Organisation sowie als Beraterin und Seminarleiterin im In- und Ausland. Freiberuflich tätig als Dozentin und Beraterin mit Schwerpunkt auf digitale Beratung & Zusammenarbeit, Mitgründerin von www.sistemica.org.


Wie mit Messenger beraten? Potenziale, Zielsetzungen und Stolpersteine

Referent*inPetra Risau & Sylvia Engels
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl20 Personen
Uhrzeit13:00-14:30 Uhr
RubrikInnovative Konzepte und Methoden

Veranstaltungsbeschreibung

Messengerberatung wird immer beliebter. Der Messenger kann sowohl asynchron als auch synchron genutzt werden und bringt (auch dadurch) neue Herausforderungen für  Beratende mit sich. Was gilt es bei der Messengerberatung zu beachten? Der Workshop beleuchtet die Grundlagen, Besonderheiten und Einsatzmöglichkeiten und gibt Gelegenheit, in praktischen Übungen Potenziale und Stolpersteine zu erleben und zu reflektieren.

Kurzvita

Petra Risau ist Diplom Pädagogin und Systemische Beraterin. Sie ist Fachreferentin und Dozentin für psychosoziale Onlineberatung und Mitarbeiterin beim Kinderschutzportal e.V., www.kinderschutzportal.de. Sie ist Redaktionsmitglied des  www.e-beratungsjournal.net. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Qualifizierung von Online-Berater*innen, Entwicklung sowie Konzeptionierung virtueller Beratungsangebote für den psychosozialen, gesundheitlichen und Bildungsberatungsbereich. Mehr Informationen unter: https://www.petra-risau.de/

Sylvia Engels, machte ihr Staatsexamen in Germanistik, Sozial- und Erziehungswissenschaften. Sie ist zertifizierte Onlineberaterin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für E-Beratung und Teamleitung der Weiterbildung. Außerdem ist sie freiberufliche Referentin für Medienbildung.


Enriched Counseling in der Beratungspraxis

Referent*inSandro Rösler
FormatWorkshop
Teilnehmendenzahl25
Uhrzeit15:00-16:30 Uhr
RubrikInnovative Konzepte und Methoden

Veranstaltungsbeschreibung

Beratungsunterstützende Techniken sind heute aus der alltäglichen Beratungsarbeit – sowohl offline als auch online – kaum noch wegzudenken. Ob Smartphone-Apps, themenbezogene Videos, interaktive Visualisierungen oder Tools zur kollaborativen Zusammenarbeit – das Konzept des Enriched Counseling bietet sowohl für Ratsuchende als auch für Beratende selbst viele Möglichkeiten.
In diesem Workshop wird es zum einen darum gehen, ob und mit welchen digitalen Tools in verschiedenen Kontexten die Beratung angereichert werden kann und welche Erfahrungen damit gemacht werden. Zum anderen wird die neu entwickelte SmartToolbox der mudra Drogenhilfe vorgestellt und gemeinsam erkundet, um anhand dessen die Übertragbarkeit einzelner Elemente in andere Beratungsfelder zu diskutieren.

Kurzvita

Sandro Rösler (M.A. Pädagoge und Soziologe) ist seit 2009 nebenberuflich bei mudra e.V. und hauptberuflich seit 2012 im enterprise Büro (Jugendberatungsstelle der mudra), www.mudra-iknow.de, beschäftigt. Seit 2014 ist er zertifizierter Onlineberater.


Streetwork goes online: Aufsuchende Arbeit in und mit Social Media

Referent*inMara Stieler
FormatVortrag
Teilnehmendenzahlunbegrenzt
Uhrzeit13:00-13:45 Uhr
RubrikInnovative Konzepte und Methoden

Veranstaltungsbeschreibung

Soziale Medien sind wesentlicher Bestandteil des Alltags junger Menschen: Sie werden genutzt, um sich über Neuigkeiten zu informieren, Musik zu hören oder in Kontakt mit Freund*innen zu bleiben, –  laut der JIM-Studie 2021 sind digitale und analoge Kommunikation für rund ein Drittel der Jugendlichen mittlerweile gleichbedeutend. Um die lebensweltlichen Zusammenhänge dieser Zielgruppe adäquat zu berücksichtigen, ist es für die Soziale Arbeit erforderlich, sich in die relevanten medialen Kontexte zu begeben.

Im Zuge dieser Entwicklungen konstituiert sich unter den Schlagworten „Digital Streetwork“, „Online Streetwork“ o.ä. ein neues Phänomen der digitalen Sozialen Arbeit: Aufsuchende Beratung in und mit sozialen Medien. Indem Adressat*innen auch in digitalen Räumen erreicht werden, wird das bisherige Spektrum aufsuchender Angebote erweitert. Der Vortrag gibt einen Überblick zu verschiedenen Facetten digitaler Streetwork und beleuchtet Potentiale und Herausforderungen dieses Arbeitsfeldes.

Kurzvita

Mara Stieler, Therapeutische Soziale Arbeit M.A. und zertifizierte Onlineberaterin, ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für E-Beratung tätig. Hier beschäftigt sie sich vor allem mit der Evaluation verschiedener Angebote im Bereich Onlineberatung und digitaler Streetwork, u.a. im Projekt BeSiN (Begleitforschung zu Streetwork im Netz). Zudem ist sie Promovendin und als Onlineberaterin für trauernde Jugendliche und junge Erwachsene tätig.