Die Online-Beratung der Caritas: Vielfalt, Open Source und Blended Counseling

Im Jahr 2006 ist die Caritas mit einem ersten Angebot für Online-Beratung an den Start gegangen. Seit dem Relaunch in 2019 wird das Informations- und Beratungsangebot der Caritas mit der Online-Beratungsplattform „Beratung & Hilfe“ stetig durch agile Entwicklung schnell und risikominimiert weiter ausgebaut.
Mit der Open Source Stellung des Quellcodes im Juni 2020 wird das Ziel verfolgt, eine Nutzer- und Entwicklercommunity in der gesamten Wohlfahrt und darüber hinaus aufzubauen. Es soll eine Community entstehen, die die Vernetzung zum Arbeitsfeld Online-Beratung insgesamt verstärkt und dem Gemeinwohl zugutekommt. Blended Counseling ist das leitende Konzept, das hinter der Online-Beratungsplattform steht.

Onlineberatung in Dänemark: Entwicklung von neuen Initiativen und Herausforderungen während der Pandemie

Die Onlineberatungsstelle für Ausbildung, Weiterbildung und Beruf eVejledning besteht in Dänemark nun mehr als 10 Jahre und hat sich stetig weiterentwickelt. Durch die Angliederung an ein Ministerium muss sich eVejledning ständig an die politische Lage anpassen. Werden neue politische Initiativen und Aufgaben implementiert, muss eVejledning damit arbeiten.

Telefon, Chat und Mail waren lange die einzigen Kontaktmöglichkeiten. Heute werden auch Skype-Gespräche und Webinare angeboten und sozialen Medien gezielt benutzt. Wie funktioniert das und ist es nur vorübergehend?

Die Pandemiesituation weltweit hat auch Konsequenzen für eVejledning gehabt. Der Vortrag stellt vor, wie eVejledning sich den Herausforderungen mit neuen Initiativen gezielt anpasst hat.

Abschließend wird es Zeit für Fragen und Diskussion geben. Hat die Pandemie dauerhafte Konsequenzen für die Onlineberatung?  Und wenn ja, welche? Bei welchen Zielgruppen gelangt die Onlineberatung während der Pandemie gut – und wo funktionierte sie nicht? Was können wir von der Pandemiesituation für die Onlineberatung lernen?

Was macht das “Digitale” mit Sozialer Arbeit und welche Fähigkeiten brauchen wir jetzt und in Zukunft?

Wir sind mediatisiert, digitalisiert und datafiziert – was bedeutet das eigentlich? Warum ist das wichtig und was müssen wir dafür wissen und können? Insbesondere der Kompetenz-Begriff wird in Sozialer Arbeit immer wieder bemüht – mit Digitalisierungsbezug sind das Stichworte wie Medienkompetenz, Datenkompetenz oder auch Internet-Kompetenz. Im Workshop soll von den Begrifflichkeiten und einem Überblick zum Status Quo Digitalisierung ausgehend darüber gesprochen werden, welche Inhalte ein Studium Soziale Arbeit vermitteln sollte und was es in Fort- und Weiterbildung braucht, um in der Praxis einen produktiven Umgang mit einer tiefgreifenden Mediatisierung zu finden. Gemeinsam wollen wir Herausforderungen sammeln und uns damit auseinandersetzen, welche Strukturen es an welcher Stelle braucht.

Plattformökonomie – Droht uns die “Amazonisierung” der Beratung?

Das Prinzip, dass ein finanzkräftiges Unternehmen die relevante digitale Plattform betreibt, über die Waren und Dienstleistungen verkauft werden, hat sich im Onlinehandel bereits durchgesetzt. Ähnliche Ansätze sind auch im psychosozialen Bereich zu beobachten. Mit Risikokapital ausgestattete Konzerne versuchen für verschiedene Bereiche Plattformen zu etablieren, über die Einzelselbständige Dienstleistungen wie Kinderbetreuung oder häusliche Pflege anbieten. Ist eine ähnliche Entwicklung im Beratungsbereich zu erwarten und sollten wir uns darauf freuen?<br>Im Workshop werden aktuelle Entwicklungen vorgestellt und mit den Teilnehmer*innen gemeinsam mögliche Folgen diskutiert.

Digitale Transformation in der Caritas – was bedeutet das für die Online-Beratung?

„Sozial braucht Digital“, so lautet der Titel der diesjährigen Jahreskampagne der Caritas. „Digitaler Wandel“ und „digitale Transformation“ sind Schlagworte, die momentan überall genutzt werden. Die Caritas bietet schon seit 2006 in 16 Arbeitsfeldern Onlineberatung an. Der Workshop stellt exemplarisch den Prozess der Caritas vor, und lädt dazu ein die Herausforderungen der digitalen Transformation für die Onlineberatung zu diskutieren.

Digitalisierung und Soziale Arbeit

Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt – während viele Berufe durch Automatisierung und KI in Zukunft nicht mehr von Menschen gemacht werden, entstehen neue Berufe – vom Dronenpilot zum Datenanalysten.

Was bedeutet die Veränderung von Arbeitswelten für soziale Berufe, wo der Mensch im Mittelpunkt steht? Oft sehen wir Digitalisierung als Bedrohung und stellen uns eine Zukunft vor in der menschliche Nähe und Fürsorge durch Roboter und Telemedizin ersetzt wird. Dabei liegt es an uns, unsere zukünftigen Arbeitswelten zu gestalten. Dieser Vortrag wird einen Überblick geben, wie sich heute soziale Berufe durch digitale Transformation verändern und einen Ausblick wagen, wie wir uns in Zukunft gute Arbeit in sozialen Sektoren vorstellen können.

Plattformökonomie entdeckt Onlineberatung

Im Zuge der Digitalisierung entwickeln sich im Dienstleistungsbereich zunehmend Plattformen, die sich zwischen Endkunden und Anbieter schieben und Dienste serviceorientiert und nah am Endkunden anbieten bzw. vermitteln: Beispiele wie Amazon oder Ebay (Marktplattformen), Uber (Taxidienste), Airbnb (Übernachtungen) etc.
Was, wenn wir diese Entwicklung auf Beratungsdienstleistungen übertragen: Für die Klient(inn)enn der Traum einer am individuellen Bedarf orientierten, maßgeschneiderten, weil Zuständigkeiten übergreifenden und schnell zugänglichen (Online-)Beratung, für die Beratungsfachkräfte die Ambivalenz eines zeitflexiblen und kleinteiligen Arbeitens (Crowdworking/Gigworking) und für die verbandlich organisierte Beratung der Alptraum von Konkurrenz schlechthin?
Der Workshop stellt Szenarien vor und diskutiert Entwicklungen, wünschenswerte Modelle und Konsequenzen für die Beratungslandschaft heute.

#How To: Selbstreflexion als Kernkompetenz in der Online-Beratung

Was?
In einer immer komplexeren Welt braucht es Menschen, die fokussieren können. Die priorisieren – und sich selbst hinterfragen. Der Schlüssel dafür ist die Kernkompetenz unserer Zeit: Selbstreflexion. Wir verstehen Selbstreflexion als lebenslangen Lern- und Erfahrungsprozess. Die „Sichtweise auf uns selbst“ ist veränderbar. Vor allem dann, wenn sich unser Wertesystem im Laufe unseres Lebens verändert.

Wie?
Ein Workshop für alle, die Impulse mitnehmen möchten für das eigene Denken, Fühlen und Handeln in unserer digitalisierten Welt. Für Menschen, die ahnen, dass der Mensch der wichtigste Teil der Digitalisierung ist – und sein wird.